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Thalamussyndrom

Als Thalamussyndrom bezeichnet man in der Neurologie einen Symptomenkomplex (Syndrom), die durch eine Schädigung des Thalamus im Gehirn entsteht.[1]

Geschichte

Das Thalamussyndrom wurde 1906 von Joseph Jules Dejerine und Gustave Roussy als Reiz- und Ausfallsyndrom in klinisch-pathoanatomischen Fallberichten nach Massenblutungen oder Infarkten des ventroposterolateralen Thalamus beschrieben.[2]

Symptome

Beim Thalamussyndrom kommen Zentraler Schmerz (auch Thalamusschmerz genannt) und neurologische Ausfallerscheinungen vor.

Folgende Symptomkonstellation ist für das posterolaterale Thalamussyndrom typisch:[1]

Weiter kann es zu einer homonymen Hemianopsie kommen. Manche Reflexe sind gesteigert. Die dystonen Bewegungsstörung beziehen sich meistens auf die kontraleralen Gliedmaßen, in der Regel des Armes oder der Finger, die in den Grundgelenken gebeugt sind und in den anderen Gelenken gestreckt (Thalamushand).[3]

Der Schmerz tritt oft mit langer Verzögerung (einige Monate) und dann geradezu explosiv ein.[4]

Ursachen

Ursache ist typischerweise ein Infarkt der Arteria thalamostriata, thalamogeniculata, perforans thalami anterior oder perforans thalami posterior.[1] Entsprechend der unterschiedlichen Versorgungsgebiete lassen sich dem jeweils unterschiedliche Symptome zuordnen.

Einzelnachweise

  1. a b c D. Rosenow, V. Tronnier, H. Göbel: Neurogener Schmerz: Management von Diagnostik und Therapie. Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 1 (8. Oktober 2004). ISBN 3540214828. Kapitel "Thalamussyndrom und andere zentrale Schmerzsyndrome", Seite 192ff
  2. Ingrid Gralow, Ingo W. Husstedt, Hans-Werner Bothe: Schmerztherapie interdisziplinär. Schattauer, F.K. Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Juli 2002). ISBN 3794521188. Seite 209
  3. Klaus Poeck, Werner Hacke: Neurologie: Für Studium, Klinik und Praxis. Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 12., aktualisierte u. erw. Aufl. (8. Mai 2006). ISBN 3540299971. Seite 63
  4. Friedrich Strian: Schmerz. Ursachen, Symptome, Therapien.. C.H.Beck; Auflage: 1 (28. März 1996). ISBN 3406403360. Seite 51/52

Literatur

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Quelle: Wikipedia
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